DIE WELT VERLÄUFT IN ZYKLEN

DIE WELT VERLÄUFT IN ZYKLEN

 

In der Vergangenheit gab es schon verschiedene Geldsysteme. Am fairsten war der Gold-Dollar, ein Papiergeld, dem Gold hinterlegt war und welches lediglich ausgeweitet werden durfte, wenn hinreichend Gold zur Verfügung stand. Doch als 1971 der Goldstandard durch US-Präsident Nixon aufgehoben wurde, stand der unkontrollierten Ausweitung der Geldmenge nichts mehr im Wege und damit auch ein systembedingter Verfall, der hierdurch seinen Anfang nahm. Die Fiat-Währung dominiert seitdem die Welt, steuert ihrem systemischen Ende zu und folgt damit einem Zyklus, der sich allzeit wiederholt und immer identisch endet.

Geldsysteme auf Basis von Zins und Zinseszins besitzen einen Systemfehler. Dieser Systemfehler bewirkt, dass irgendwann die Zinslasten eine Größenordnung annehmen, dass sie nicht mehr bezahlbar sind. Der Kollaps ist die Folge. Wichtig ist hierbei, die Menschen abzulenken, damit sie keine Aufmerksamkeit auf dieser Gefahr haben. Denn Menschen, die ihr Geld schützen möchten, treiben in ihren Handlungen eine Krise unbewusst voran. Die Älteren wissen vielleicht noch, wie es damals war, am berühmten schwarzen Freitag in den USA.

AUSUFERNDE SCHULDENAUFNAHME

Die Wirtschaft in den USA florierte zu dieser Zeit und immens steigende Aktienkurse beflügelte die Investmentbereitschaft der Menschen. Wenn die Kurse steigen, will jeder ein Stück vom Kuchen abhaben. Das war durchaus immer so und wird sich scheinbar niemals bessern. Jeder erwartete, mit Aktien reich werden zu können und die deshalb andauernden Aktienkäufe trieben die Kurse in ungeahnte Höhen. Viele Investoren verschuldeten sich, um am Aktienmarkt mitmischen zu können. Immer mehr Geld wurde investiert und eine Spekulationsblase entstand. Der Dow Jones war im Jahr 1923 von 100 Punkten auf 331 Punkte geklettert.

WELTWIRTSCHAFTSKRISE 1928

Als dann die Wirtschaft an Schwung verlor, verabschiedete sich auch die Zuversicht in die Aktienmärkte. Was dann folgte, war absehbar. Gegen Ende des Jahres 1928 stürzten die Kurse erstmals ab, was aber niemanden störte. Die Käufe hielten an und auch die Verschuldung der Haushalte ging unablässig weiter. Zwar versuchte die US-Notenbank, die Verschuldung zu erschweren und erhöhte die Zinsen für langfristige Kredite, doch die Anleger nahmen stattdessen, von der Hoffnung auf weiter steigende Kurse angetrieben, kurzfristige Kredite auf, um sich weiter am Aktienmarkt beteiligen zu können. Etwa 10 Prozent der Aktienkäufe waren bis dahin kreditfinanziert. Aber niemand hatte Sorgen damit, denn der Dow Jones erreichte zwischenzeitlich seinen historischen Höchststand von 381 Punkten. Es schien keine Grenzen für steigende Kurse zu geben.

AKTIEN AUF SCHULDEN KAUFEN

Es erscheint logisch, dass, wenn die Kurse sich nicht so entwickeln, wie man es sich erhofft, vor allem den Investoren der Stift geht, die ihre Anlage mit Krediten finanzierten. Und genau das trat dann auch ein im Oktober 1929, als der Dow Jones stark nachgab. Die Seitwärtsbewegung des Dow Jones war gar nicht hilfreich, denn um die Kredite zurückzahlen zu können, waren steigende Kurse unbedingt erforderlich. Anspannung, Angst und Hektik machten sich breit. Am 23. Oktober, unmittelbar vor dem Mittag, begannen massive Verkäufe ihre Wirkung auf die Kurse zu zeigen. Der Dow Jones stand zu diesem Zeitpunkt noch bei stattlichen 300 Punkten. Die Verkäufe stiegen an. Es wurde zu jedem Preis verkauft und die Flut der Aufträge brachte sogar den Handel zeitweise zum Erliegen. Nach nur 2 Stunden war der Gesamtwert der börsennotierten Unternehmen um 11 Milliarden US-Dollar gefallen. Am darauffolgenden Freitag setzte sich der Trend fort. In Europa sah man gelassen den Ereignissen zu und vermutete Geschäftschancen. Man hoffte, dass amerikanische Darlehensgeber in nächster Zeit ihr Geld wieder nach Europa verleihen würden, anstatt es an der Wall Street zu investieren.

EPISCHER KURSVERFALL

Am darauffolgenden Dienstag brachen die Kurse ein. Einstweilen waren die Kurse bereits so sehr gefallen, dass eine Rückzahlung vieler Kredite gefährdet war. Selbstverständlich forderten die Banken immer noch ihr Geld zurück. Den Investoren blieb nichts anderes übrig, als ihre Aktien zu jedem Preis zu verkaufen, was für weitere empfindliche Verkäufe sorgte. Der Dow Jones fiel immer weiter. Der Wert der Unternehmen sank um zusätzliche 14 Milliarden Dollar.

Erst nach weiteren drei Wochen stoppte der Kursverfall. Der Dow Jones notierte bei 180 Punkten und bewegte sich kaum noch. In der Hoffnung, der Kursverfall sei beendet, erwarben einige wiederum mit hohem Risiko die vermeintlich günstigen Aktien. Ein folgenschwerer Trugschluss, denn bereits kurze Zeit später setzte der Kursverfall wieder ein und kam erst im Sommer 1932 mit einem Dow Jones von 41 Punkten, seinem Erststand bei seiner Einführung, zum Stehen.

So ein Szenario wiederholte sich wieder und wieder in der Geschichte. Die Auswirkungen waren stets mehr oder weniger stark, indes das Muster war immer ähnlich. Kernpunkt war meist das Verhalten der Kleinanleger, die, von Gier und Manipulation seitens ihrer Berater motiviert, zum falschen Zeitpunkt investierten und verkauften.

ANDERE ZEITEN, ÄHNLICHE RESULTATE

Krisen gehörten stets dazu und auch zukünftig wird es weitere Krisen geben. Jede Krise zieht eine Vermögensumverteilung nach sich. Es existiert stets eine Minderheit, die gegenüber der Mehrheit über einen Wissensvorteil verfügt und diesen zu nutzen weiß. Einige Wenige bereichern sich somit wissend über die Gelder, die unzählige Unwissende durch falsche Handlungen verlieren.

Zuweilen trifft es auch mal die Richtigen, wie bei der letzten größeren Krise. Bankenpleiten großer, bekannter Banken hätten eigentlich Charme. Bekanntlich das Verhalten der Banken Auslöser der Krise. Somit wäre es nur fair, wenn sie selbst hierfür geradestehen müssten. Die Verbraucher würden verstehen, mit wem sie es zu tun haben.

Der Deutsche scheint ja noch immer der Meinung zu sein, dass die Kreditinstitute ihm helfen wollen, nur weil die Angestellten immer so freundlich sind. Ihre Angebote bringen die Geldinstitute selbstverständlich leichter an den Mann oder die Frau, wenn ihre Bediensteten dabei zuvorkommend lächeln. Jeder Mensch möchte freundlich bedient werden, das ist doch eine Selbstverständlichkeit.

EMOTIONALE EINFLÜSSE

Der Mensch kauft in Finanzangelegenheiten in den seltensten Fällen auf Grundlage von Fakten. Die Meisten lassen sich von ihrem Gefühl leiten. Es ist somit ganz normal, wenn die Anbieter von Spar- und Anlageprodukten in ihrer Vorgehensweise vor allem das Gefühl ihrer Zielgruppe ansprechen. Eine positive Stimmungslage macht einen Interessenten willig. Und ein williger Mensch wird gutgläubig oder im schlimmsten Fall sogar leichtsinnig.

DEFIZITE BEIM FINANZWISSEN

Erschwerend kommt hinzu, dass den Menschen oft kein ausreichender Wissensfundus im Bereich Finanzen zur Verfügung steht. In der Schule wird kein Wissen über Wirtschaft und Geldkreisläufe vermittelt und in der Praxis mangelt es an leicht verständlichen Quellen. Tatsächlich ist es so, dass seit jeher die Anbieter das „Wissen“ liefern und dieses dann ungeprüft von Generation zu Generation weitergegeben wird. In diesen Tagen gilt derjenige als Fachmann, wenn er weiß, zu welchem Erfordernis welches Angebot angeboten werden kann oder anders gesagt, wenn er weiß, wie man mit Hilfe der Anbieter jeden Bedarf scheinbar decken kann. Man kennt sich aus, sofern man weiß, welche Spar- und Anlageformen es gibt und wo man die größten Zinsen bekommt. Man gehört bereits zu den Fachleuten, wenn man weiß, wie man dieser Tage die eigenen vier Wände finanzieren kann. Und man gilt als absoluter Experte, wenn man sagen kann, welche Klassen von Versicherungen es gibt und wofür sie genutzt werden können.

All dieses sogenannte „Wissen“ ist leider recht wenig wert, denn es ist nur Manipulation. Bei diesem sogenannten Wissen geht es doch wohl eher darum, auf welche Weise man Angebote platziert. Der Unterschied ist lediglich, dass sich diese Informationen darüber mittlerweile vom Verkäufer zu einigen Verbrauchern übertragen haben.

ÜBERSCHAUBARE RISIKEN

Unsere Wahrnehmung spielt ständig mit uns. Wollen wir uns z. B. neuen PKW zulegen, befassen wir uns intensiv mit dem neuen Autotyp. Unsere Wahrnehmung wird für dieses Auto sensibilisiert und unvermittelt erblicken wir vielerorts dieses Fahrzeug.

Der Alltag zeigt wie die Menschen Risiken bewerten und danach handeln. Die Erfahrung lehrt, dass eine Gefahr dann am größten wird, wenn wir permanent daran denken. Die Wahrnehmung konzentriert sich auf die befürchtete Gefahr und häufig tritt das befürchtete Szenario dann auch ein. Man zieht das Unglück sozusagen unbewusst an, denn unsere Wahrnehmung macht uns für alle die Situationen empfänglicher, die mit dieser Gefahr etwas zu tun haben. Das ist vergleichbar mit einem Autofahrer, der auf der Überlandstraße ein Hindernis sieht und den Blick nicht davon abwendet. Er steuert dann automatisch genau darauf zu, so dass das Unglück unabwendbar wird.

AUFMERKSAMKEIT BEWUSST STEUERN

Analog dazu geschieht uns oft bei schwierigen Situationen nichts, wenn wir diese Situation einfach ignorieren. Wenn wir nicht an Gefahren denkenund stattdessen mit diesen Situationen gelassen umgehen, fürchjten wir diese auch nicht. Und frei von Furcht, sind wir absolut entspannt. Insoweit passiert uns meist nichts. Obwohl wir uns nicht mit ihnen beschäftigen, sind wir uns natürlich der Risiken bewusst. Wir sind uns im Klaren, dass wir unser Leben verlieren können, wenn wir mit dem Auto fahren. Und wir verstehen ebenfalls, dass wir erkranken können, wenn wir rauchen, Alkohol trinken oder uns unvorteilhaft ernähren. Wir wägen die Risiken ab und stellen die Vor- und Nachteile ins Verhältnis, die entstehen, sobald wir unsere Verhaltensweisen verändern. Am Abschluss steht eine Entscheidung an.

WER DIE WAHL HAT …

Bei der Selektion unserer Kapitalanlagen sollte ähnlich vorgegangen werden. Wir sollten die Chancen verstehen und die Risikobelehrung verstehen können. Letztere fällt bei den meisten Kapitalanlagen ausgesprochen umfangreich aus. Der Gesetzgeber erwartet, dass über jedes eventuelle theoretische und auch tatsächliche Risiko informiert werden muss. Das bedeutet dennoch nicht, dass die Situationen, die in der Risikobelehrung beschrieben werden, auch eintreten müssen. Vielmehr ist es hier vordergründig, diese Risiken zu kennen und zu wissen, wann welcher Fall eintreten kann. Es ist dabei Voraussetzung, die Konzeption der Kapitalanlage genau zu durchblicken, um abwägen zu können, aus welchem Grund und mit welcher Wahrscheinlichkeit diese Situationen eintreten können.

SICHERHEIT IST, WAS MAN DARUNTER VERSTEHT

Absolute Sicherheit existiert nicht. Auch Geldwertanlagen, die nach allgemeiner Anschauung sicher sein sollen, besitzen lediglich eine äußerst begrenzte Sicherheit. Sachwerte sind die einzige Antwort. Edelmetalle sind an dieser Stelle besonders praktisch, da es bei diesen keine unternehmerischen Risiken gibt wie z.B. bei Aktien oder Unternehmensbeteiligungen. In diesem Fall zählt einzig die Substanz und die bleibt allzeit erhalten. Besonders Gold bietet sich als eines der gefragtesten Edelmetalle an. Physisches Gold ist in vielen verschiedenen Barren- und Münzgrößen und -formen erhältlich. Für jedweden Geldbeutel ist etwas dabei. Reales Gold kann beispielsweise auch mittels Goldsparplänen mit gleichbleibenden monatlichen Beträgen gekauft werden. Der Pluspunkt hier liegt in der Art und Weise des Kaufes. Bei gleichbleibenden Beträgen kauft man viel Gold, wenn der Goldpreis niedrig ist und weniger Gold, sofern der Preis hochsteht. Das rechnet sich auf lange Sicht.

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